Fokolar-Bewegung
Man
bemerkt sie kaum, die Fokolare in der Willdenowstraße. Sie
wohnen im Seitenflügel, dem früheren "Piusstift",
wo vor ihnen die Meitinger Christkönigsschwestern lange Jahre
gewohnt und gewirkt haben und nach ihnen eine Priestergemeinschaft
mit den Pfarrern Beißel, van Nahmen und Brackhane.
Man
bemerkt sie kaum, die Fokolare, die in St. Joseph meistens zu viert
ein engagiertes Leben im überpfarreilichen Engagement führen,
ihrem zivilen Beruf nachgehen und für verschiedenste Treffen und
Veranstaltungen viel unterwegs sind.
Die
Fokolar-Bewegung ist eine in 182 Ländern vertretene Bewegung von
Menschen jeden Alters und sozialer Herkunft, die sich für
Einheit und Geschwisterlichkeit engagieren. Sie ist 1943 in Trient
entstanden und wird zu den christlichen Aufbruchsbewegungen des 20.
Jahrhunderts gerechnet. Ihre Ursprünge liegen in der
katholischen Kirche, doch engagieren sich in der Bewegung inzwischen
Christen aller Kirchen. Außerdem fühlen sich ihr Menschen
anderer Religionen und nichtreligiöser Weltanschauungen
verbunden. Die Schwerpunkte der Fokolar-Bewegung liegen deshalb
sowohl im gesellschaftlich-sozialen, als auch im kirchlich-religiösen
Bereich.
Das erste Engagement von Angehörigen der
Fokolar-Bewegung liegt im persönlichen Umfeld. Die Leitfrage
lautet: Was dient der Gemeinschaft und der Verständigung? Vor
diesem Hintergrund fühlen sie sich gerufen, gerade dort zu sein,
wo Trennung, Spannung oder Brüche das Zusammenleben schwierig
machen. Ihr Handeln orientieren sie primär am Gebot der
Nächstenliebe des Evangeliums ("Liebt einander, wie ich
euch geliebt habe..."). Sie fühlen sich aber auch in der
Goldenen Regel ausgedrückt ("Füge das niemandem andern
zu, was Du selbst nicht zugefügt bekommen möchtest").
Aus dieser Sensibilisierung für Spannungsfelder und der
Bereitschaft, sich für deren Bearbeitung persönlich
einzubringen, entsteht eine große Bandbreite von Initiativen:
im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, der Familienarbeit, in der
Arbeit für ausgegrenzte und benachteiligte Menschen, in der
Flüchtlingsarbeit, im ökumenischen und interreligiösen
Miteinander. Durch das internationale Netzwerk der Bewegung können
Hilfsmittel und Projektgelder zielgerichtet eingesetzt werden.
Die
Fokolar-Bewegung entwickelt und fördert eigene Plattformen des
Dialogs u. a. im Bereich der Politik, der Wirtschaft, der Kunst, der
Pädagogik, der Medien. Sie arbeitet für die Einheit unter
den Christen, die Verständigung unter den Religionen und unter
Menschen aller Weltanschauungen. Weltweit unterhält sie 63
Schulungszentren und 35 kleine Modellsiedlungen. Ende 2007 hat sie
eine Universität gegründet, die sich im Aufbau befindet und
ab Oktober 2008 einen Masterstudiengang in „Grundlagen und
Perspektiven einer Kultur der Einheit“ in Loppiano (Florenz)
anbietet.
Die Fokolar-Bewegung unterhält
internationale Initiativen, die von der EU gefördert werden wie
z. B. „Stark ohne Gewalt“ (Präventionsprojekt gegen Gewalt
an Schulen, im Rahmen von Daphne II) und „Corroborantes“
(Lernpartnerschaft im Rahmen von Grundtvig).
Die Gründerin
Chiara Lubich wurde durch vielfältige Auszeichnungen
gewürdigt: Sie erhielt u.a. 1977 den „Templeton-Preis für
den Fortschritt der Religionen“, 1988 den Preis zum Augsburger
Friedensfest, 1996 den UNESCO-Preis für Friedenserziehung, 1998
den Menschenrechtspreis des Europarates, 2000 das Große
Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist Ehrenbürgerin
der Städte Rom, Florenz, Palermo, Buenos Aires u.a. Sie bekam 16
Ehrendoktorwürden angetragen, zuletzt im Januar 2008 von der
Hope University (Liverpool).
Kontakt:
Männerfokolar
Willdenowstr. 8,13353 Berlin,Tel.: (0 30) 4 61 31 41,Mail: fokolar.berlin@gmx.de
Frauenfokolar
Prinzregentenstr. 82,10717 Berlin,Tel.: (0 30) 8 54 30 71,Mail: fok.f.berlin@gmx.de
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