Wer sind eigentlich die, die da vorn die ganze Zeit beim Pfarrer rumrennen und ihm alles mögliche bringen und halten?
Haben Sie sich diese Frage auch schon mal
gestellt? Ja? Wunderbar! Dann wird Ihnen in den nächsten Minuten beim
Weiterlesen einiges klar werden...
Wir sind von keinem anderen Stern, wir
gehören auch nicht irgendeinem Orden an, wir sind ganz gewöhnliche Kinder &
Jugendliche im Alter von 9-35 Jahren. Dass wir unsere Zivilklamotten einmal pro
Woche, meist am Sonntag, für eine gute Stunde gegen ein Gewand tauschen, liegt
nicht etwa daran, dass wir Spaß am Verkleiden haben, sondern das ist unsere
"Dienstkleidung", denn wir dienen jeden Sonntag im Gottesdienst. Wir
sind also Diener. Um ganz genau zu sein: Diener Gottes. Und weil das ein wenig
merkwürdig klingt, bezeichnet man uns auch als "Messdiener" oder
"Ministrant" (lat. ministrare - dienen). Das erstmal kurz vorne weg.
Wir sind in unserer Gemeinde 35 solcher
Ministranten. Davon vier Oberministranten, die aufpassen, dass die anderen 31
Minis(-tranten) das machen, was sie machen sollen. Also auf gut deutsch, die
Gruppenleiter. Aber das ist nicht alles. Sie sorgen sich auch um den Nachwuchs.
Dazu gehört die Durchführung der Ministrantenausbildung einmal im Jahr. Dort werden alle, die wollen, in die
Geheimnisse unserer Zunft eingeweiht. Das heißt: den Messablauf kennen lernen,
die verschiedenen Utensilien, die Minis und Pfarrer nutzen, erklären und
natürlich auch die Eingliederung in die bestehende Gruppe. Ministrant werden
kann jeder, der zur Erstkommunion geht oder schon gegangen ist. Es gibt auch
Minis, die erst durch die Firmung zu uns gestoßen sind.
"Warum bist du Ministrant? Du musst
Sonntag für Sonntag früh aufstehen und bekommst das noch nicht mal
bezahlt."
Eine berechtigte Frage. Denn mehr als ein
Dankeschön erhalten wir nicht für unseren Dienst am Altar. Das ist aber auch
eher nebensächlich, denn es ist unser Glaube, der uns in die Kirche führt. Wir
wollen nicht nur den Gottesdienst in der Bank sitzend feiern, sondern aktiv
mitwirken – gemeinsam. Wir sind eine
Clique, ein Freundeskreis. Dieser Kreis wird abseits der Messe
zusammengeschweißt durch gemeinsame Aktivitäten und Fahrten. Im Februar 2009
verschlug es uns zum Beispiel mit 10 Leuten an die Ostsee. Gemeinsam mit den
Ministranten von St. Sebastian konnten wir sechs Tage relaxen im St.Otto Heim
in Zinnowitz. Denen, die nicht mitgefahren sind, konnten wir dann am nächsten
Sonntag nach der Messe beim gemütlichen Zusammensitzen im Jugendraum erzählen,
was sie alles verpasst hatten.
Im September findet der alljährliche
Minitag in Alt -Buchhorst statt, zu dem bis zu 500 Ministranten aus dem
gesamten Bistum kommen.
Das soll erstmal ein kleiner Überblick
über unsere Arbeit in der Gemeinde gewesen sein. Dann bleibt jetzt nur noch zu
hoffen, dass wir nicht mehr die "Unbekannten" da vorn am Altar sind
...
Für Rück- und Anfragen stehen die vier Oberminis natürlich jederzeit zur Verfügung.
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